Meine Kindheit lag Anfang der sechziger Jahre.
Wir brauchten damals nicht auf eine weiße Weihnacht warten,
sie war selbstverständlich.
Schon die Vorweihnachtszeit regte unsere Phantasie an.
Damals hatte das Fernsehen noch nicht in jedem Haushalt Einzug gehalten,
so konnten wir uns noch Feen und Zwerge vorstellen,
wie auch den Weihnachtsmann und das Christkind.
Die Weihnachtszeit erstreckte sich vom ersten Advent bis zum Fest.
Nicht wie heute , wo sie bereits im September mit Auslagen in den Geschäften beginnt.

 



Unsere Wunschzettel hatten wir natürlich längst fertig.
Die Eltern bereiteten beim Christkind und Weihnachtsmann das Fest mit vor.
Kam dann der Heilige Abend, durfte an diesem Tag
das Wohnzimmer nicht vor dem Abend betreten werden.

 

 

Für uns Kinder zog sich dieser Tag wie Gummi in die Länge,
da wir den Abend kaum erwarten konnten.
Gegen 16.00 Uhr gingen wir zur Grossmutter und schmückten dort den Christbaum.
Es gab Kaffee und Kuchen.
Da wir beschäftigt waren,
verging die Zeit sehr schnell und es wurde dunkel.
So gingen wir dann gegen 19.00 Uhr wieder nach Hause.
In der Zwischenzeit war der Weihnachtsmann dort gewesen.

 

 

Gesehen haben wir ihn zu Weihnachten nie, was uns jedoch nicht störte.
Gemeinsam betraten wir das Weihnachtszimmer.
Der Baum strahlte, mit echten Kerzen, im dunklen Raum.
Nun wurden die Weihnachtsgedichte aufgesagt und Weihnachtslieder gesungen.
Danach durften wir endlich unsere Geschenke in Empfang nehmen.
Oh wie war die Freude groß, als in einem Jahr ein Kaufladen zum Vorschein kam.

 

 

Danach sassen wir gemütlich beisammen
und es gab jedes Jahr Kartoffelsalat mit Wienerwürstchen.
Das war bei uns so Brauch.
Gegen 21.30 Uhr gingen wir dann gemeinsam zur Kirche.
Die Christmette habe ich besonders geliebt
. In unserer Kirche war eine Krippe aufgebaut
und die Kinder unseres Dorfes führten ein Krippenspiel vor.
Weihnachten ist auch noch heut für mich das schönste Fest im Jahr.